Ich hatte versprochen, dass es dann heute mit dem Mittagessen weitergeht. Aber vielleicht habe ich mich da getäuscht…

Mittag – wie war das? Essen? Aber doch nicht auf der Messe!

Ich kenne das schon aus den Jahren zuvor. Hat man mal eine Lücke im Messetrubel erwischt und kann für eine halbe Stunde vom Stand weg, tun alle anderen Leute das auch und die Schlangen an den Ständen in der Verbindungshalle sind so lang, dass man mindestens diese halbe Stunde braucht um überhaupt mal etwas bestellen zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass während der Wartezeit das Telefon klingelt und man an den Stand zurückgerufen wird, ist auch recht hoch. Also hatte ich mir diese Exkursion in diesem Jahr sowieso schon abgeschminkt und mich stattdessen mit Äpfeln und Müsliriegeln eingedeckt. Schließlich gibt es ja abends im Hotel (oder woanders) lecker Essen.

Meine Kollegen, die noch Messeneulinge sind, haben das anders erwartet. Aber Not macht erfinderisch und so haben wir kurzerhand am Morgen des dritten Messetages Bockwürstchen besorgt. Aber wie machen wir die warm? Kochplatten sind in unserer kleinen Küche am Stand vorhanden… aber kein Topf! Macht nichts – in Köln kann man auch Töpfe kaufen. Gesagt, getan. So hatten wir also am dritten Messetag mittags warme Würstchen und Baguette und sogar Senf. Klasse Idee! Danke an Murat und Michael! 

Auch überhaupt haben wir ja an alles gedacht: Genug Dekoware, Vorführtragen zum Zeigen der Anwendung, Büroartikel, Preislisten, alles mögliche. Aber wer ist auf die Idee gekommen, dass EIN Geschirrhandtuch ausreichen könnte, um all das Geschirr abzutrocknen, das im Laufe der vier Tage anfällt – gerade, wenn so viele Menschen unseren Stand besuchen und selbstverständlich auch mit Getränken versorgt werden? Alles kein Problem. Katja kam am Freitag nach und hat kurzerhand noch Geschirrhandtücher mitgebracht. Wir mussten nicht einmal in Köln welche kaufen.

Ich schaue auf die Uhr. Zum ersten Mal heute. Es ist schon 15.00 Uhr? Mensch, wie die Zeit vergeht! Bald ist der Tag schon vorbei. Es wird ruhig in der Halle.

Wir fahren gemeinsam mit der S-Bahn zurück ins Hotel. Ich telefoniere mit meinem Mann und meinen Kindern – gerade habe ich sie noch erwischt bevor sie ins Bett gehen. Die beiden sind so lieb – es sei gar nicht schlimm, dass ich jetzt 5 Tage nicht da bin. Ich habe ihnen erklärt, dass auf die Messe ganz viele Leute kommen, die die manduca erklärt bekommen möchten. Das haben sie verstanden. Denn schliesslich hat zumindest meine Tochter ihre „meduca“ sehr geliebt als sie noch kleiner war (und manchmal sogar heute noch). Beruhigend zu wissen, dass zu Hause alles läuft und mich keiner schlimm vermisst.

Heute Abend essen wir im kleinen Kreis. Gestern gab es ein großes Abendessen mit einigen Großhändlern. Weil wir so eine große Gruppe waren, hatten wir bei uns im Hotel einen Tisch reserviert. Ich habe mich sehr auf dieses Essen gefreut, denn ich hatte zum ersten Mal die Chance ein paar mehr Worte mit einer Großhändlerin zu wechseln, die ich im Verlaufe der letzten 2 Jahre sehr schätzen gelernt habe. Heute Abend aber gibt es Pizza.

Ehrlich gesagt hoffe ich, dass der Abend nicht allzu lang wird. Denn schließlich bin ich ganz schön angeschlagen von dieser Erkältung und es warten noch zwei weitere Messetage auf mich. Aber trotz all der Anstrengung möchte ich dieses „Messe-Feeling“ nicht missen.

Was mich nur interessiert, liebe Elena, was ist aus deinen Blasen geworden?

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