Viele Eltern und Schwangere freuen sich, wenn die Geburtshilfe Biedenkopf erhalten bleibt.

Taten statt Worte: Getreu diesem Motto hat unser Kollege Jochen Schröder eine Unterschriftenaktion initiiert, um die Schließung der für die Region wichtigen Geburtshilfestation im Biedenkopfer Krankenhaus zu verhindern – und einen ersten Erfolg erzielt. Eine großartige Sache, die zeigt, dass soziales Engagement viel bewegen kann!

Wiki: Jochen, wir kennen dich bei den Wickelkindern als kompetenten und liebenswerten Kollegen, der uns tagtäglich in Sachen IT zur Seite steht. Nun hast du dich in deiner Freizeit für den Erhalt der Geburtsstation im Biedenkopfer Krankenhaus eingesetzt. Finden wir super. Aber wie ist es dazu gekommen?

Jochen:  Die bevorstehende Schließung der Geburtsstation im DRK-Krankenhaus wurde in der Region Marburg-Biedenkopf schon seit Wochen diskutiert. Die Hebammen waren bereits zum 31.03.2013 gekündigt, und die katastrophalen Folgen dieser Schließung lagen auf der Hand: Schwangere müssten ab April große Entfernungen in Kauf nehmen, wenn die Geburt in einer Klinik stattfinden soll. Je nach Wohnort kann es so zu Fahrzeiten von über einer Stunde kommen – das kann im Einzelfall einfach zu lang sein! Da auch unsere Tochter im Biedenkopfer Krankenhaus zur Welt gekommen ist, und auch einige der Hebammen zu unserem Bekanntenkreis zählen, haben wir auch bei uns zu Hause viel über das Thema gesprochen.

Wiki: Aber vom drüber sprechen allein ändert sich nichts …

Jochen: Genau. Eines Tages, nach einer längeren Diskussion darüber, was man alles machen „könnte“ oder tun „sollte“, hat mich der Gedanke nicht losgelassen, dass einfach mal etwas getan werden muss, damit sich was bewegt. Kurzentschlossen habe ich eine Domain registriert und in Windeseile eine Website aufgesetzt, um dort über die drohende Schließung zu informieren und vor allem unsere Unterschriftenaktion zu starten.

Wiki: Und wie hast du die Website an die Leute gebracht?

Jochen: Über Facebook habe ich einen Aufruf gepostet. Das hat so gut funktioniert, dass wir schon nach zwei, drei Tagen die ersten tausend Unterschriften zusammen hatten. Außerdem hatten sich innerhalb weniger Stunden schon Bürgermeister und Politiker aller Richtungen bei mir gemeldet. Schnell wurde vereinbart, dass sich alle Beteiligten einschließlich Krankenhausbetreiber an einen Tisch setzen wollten.

Wiki: Und deine Unterschriftenaktion lief weiter.

Jochen: Ja, die Unterschriften konnten online geleistet werden. Und natürlich wurde alles auf doppelte Einträge kontrolliert. Zusätzlich stand auch ein Dokument zum Download bereit, mit dem weitere Unterschriften gesammelt werden konnten. Da hatte ich viele fleißige Helferinnen und Helfer, die Infomaterial und eine gedruckte Unterschriftenliste in der gesamten Region verteilten. Für die Erstellung des Infoflyers hat mir unsere Chefin Petra Schachtner dann schnell unbürokratische Hilfe angeboten, so dass ich das komplette Material bei uns im Büro drucken durfte.

Wiki: Und wie ging es weiter?

Jochen   Am 31. Oktober fand eine erste Gesprächsrunde  mit Vertretern des Landkreises, des DRK Krankenhauses und dem Uniklinikum Marburg statt. An diesem Tag habe ich Landrat Robert Fischbach die bis dahin gesammelten 8700 Unterschriften überreicht. In den Diskussionen waren sich schnell alle einig, dass ein Fortbestand der Geburtenstation in Biedenkopf anzustreben ist, so dass noch am gleichen Tag ein neuer Termin anberaumt wurde, zu dem am runden Tisch über Möglichkeiten zum Erhalt der Station weiter gesprochen werden soll.

Wiki: Das heißt, dein Einsatz hat sich voll und ganz gelohnt. Ein Erfolg auf ganzer Linie!

Jochen:  Für mich ist das zunächst nur ein Etappensieg. Zwar sind sich nun alle Beteiligten darüber einig, dass es weitergehen muss. Und es wurden auch schon einige Lösungen zur Finanzierung vorgeschlagen, z.B. eine Kooperation mit der Uniklinik.  Aber ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse das Gespräch am 16. November konkret bringt. Ich sehe das so: Erst wenn nach dem 01.04. im Biedenkopfer Krankenhaus ein Kind zur Welt kommt, dann ist es für mich ein Erfolg.

Wiki: Und den wünschen wir dir und der Region Biedenkopf von ganzem Herzen!