Fair Trade Rosen Neulich wollte ich meiner Mutter nur schnell ein paar Blümchen mitbringen und schaute mich in einem kleinen Blumenladen um. Es sollte ja schließlich was richtig Schönes sein!
„Haben Sie auch Rosen?“, fragte ich die Blumenverkäuferin, die sich später als Ladeninhaberin vorstellte. „Nein“, teilte sie mir mit, „Zur Zeit gibt es nur Rosen aus Afrika, und die sind nicht nur giftig, sondern werden auch unter katastrophalen Bedingungen angepflanzt. Katastrophal für die Umwelt und für die Arbeiter, die dort beschäftigt sind. So was verkaufen wir nicht!“ Ganz ehrlich? Das war mir schon ein bisschen peinlich: Ich, die schon immer Ökostrom hatte und (fast) nur Bio-Gemüse kaufe, hatte beim Blumenkauf das Thema Ökologie null auf dem Schirm. Fair Trade Blumen waren nicht in meinem Horizont, weil Blumen einfach zu selten auf meiner Einkaufsliste stehen. Aber als ich wieder auf der Straße war, hatte ich im Geiste einen weiteren Punkt auf meiner „Ökoliste“ notiert.

Und ich fragte mich nicht zum ersten Mal:

„Wie öko bin ich?“

Denn seit ich in einem ökologischen Unternehmen arbeite, und je besser ich die Philosophie dahinter kennenlerne, desto genauer schaue ich auch bei mir hin. Nachhaltigkeit, ökologische Werte und Umweltthemen begleiten uns zwar schon unser ganzes Leben lang. Wir trennen den Müll, wissen von Regenwäldern, die abgeholzt werden und von Chemikalien, die unsere Felder vergiften. Auch die Gefahr, die von Atomkraft ausgeht, ist uns nicht erst seit Fukushima bewusst. Ökostrom ist zwar schon immer etwas teurer gewesen, aber das ist und war es mir immer wert. Aber in welchen anderen Bereichen bin ich ökologisch?

Teilzeit-Ökos überall

In letzter Zeit habe ich mich verstärkt mit ökologischen Themen bei manduca beschäftigt – hatte Bio-Baumwolle, Bio-Zertifikate und ökologische Textilien im Visier. Ich konnte feststellen, welch hohe ökologische Ansprüche mein Unternehmen hat, und wie sich viele kleine Details zu einem ganzen Ökobild* zusammensetzen. Im Austausch mit Kolleginnen sind wir dann immer wieder auf uns persönlich zu sprechen gekommen. Was tun wir selbst in puncto Nachhaltigkeit? Kaufen wir nur im Bioladen? Nehmen wir Plastiktüten aus dem Supermarkt mit?

Nach Begutachtung der persönlichen Ökobilanz haben wir festgestellt, dass einige von uns – ich jedenfalls – mehr oder weniger Teilzeitökos sind. Und wie wichtig es ist, von allen Seiten darauf aufmerksam gemacht zu werden. Deshalb freue ich mich, wenn Unternehmen über ihre ökologische Prinzipien informieren. Denn Informationen regen zum Nachdenken an – und im besten Fall zum Umdenken (wie bei mir im Blumenladen). Und natürlich auch zum Diskutieren innerhalb der Familie: Schließlich werden eure Kinder werden auch bald größer und wollen vielleicht eine Ripped Jeans!

Ökologischer Fußabdruck
Ich jedenfalls habe mir vorgenommen, meine persönliche Ökobilanz zu verbessern. Auch wenn die vielen Internet-Tests zum ökologischen Fußabdruck nicht exakt abbilden, wie öko wir sind, geben sie dennoch einen Anhaltspunkt. Ich habe mal diesen Test gemacht auf footprint-deutschland.de. Das Ergebnis? Ich sag mal so: Eine ganze Menge mache ich schon. Aber es schadet nicht, noch ein bisschen mehr zu machen. Vielleicht sieht mein Testergebnis nächstes Jahr schon wieder etwas besser aus. Macht ihr mit? Die #ökologischerfußabdruck challenge?

*Rohstoffe, Transport, Stromversorgung, Dienstleister

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