Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: die European Babywearing Conference (EBWC – #ebwconf15) findet an diesem Wochenende in Bristol, UK, statt. Und wieso sind wir dabei? Das hat diesmal gleich mehrere Gründe:

    • • Zum einen unterstützen wir schon immer Babywearing Events, weil wir wissen, wie wichtig Netzwerken für die Tragebewegung ist (mehr zur Geschichte der Trageszene in Deutschland hier). Deswegen sind wir auch dieses Mal Goldsponsor.
    • • Zum anderen freuen wir uns dieses Jahr ganz besonders darauf, uns gemeinsam mit unserem britischen Partner Cheeky Rascals, seit 1996 im Großhandel für Baby-Markenartikeln, auf der Konferenz zu präsentieren. Mit Lauren Harris und Carolyn Butcher stehen neben Dunja von den Wickelkindern gleich zwei Rascals mit an unserem manduca Stand – und Simon Russell, Managing Director bei Cheeky Rascals, wird nicht nur mit einer Ansprache zur Konferenz beitragen, sondern zusammen mit der erfahrenen Trageberaterin Emily Williamson einen Workshop anbieten. Emily hat ihre Ausbildung an drei Trageschulen absolviert: Slingababy, School of Babywearing and Canadian Babywearing School und ist Gründerin der South London Sling Library.
  • • Und zum dritten halten wir den Austausch zwischen Industrie und Trageszene für eine der Grundvoraussetzungen für die Entwicklung guter und sicherer Babytragen.

EBWC 2015

manduca: reif für die Insel

Simon Russell,

Simon Russell, Managing Director Cheeky Rascals

Mit Cheeky Rascals verbindet uns eine jahrelange vertrauensvolle Partnerschaft. Seit 2011 hat der Fach- und Großhändler Cheeky Rascals die manduca Babytrage im Sortiment, die dadurch auf der Insel ziemlich schnell bekannt wurde und bis heute eine der beliebtesten Babytragen-Marke ist. Durch die Zusammenarbeit mit Cheeky Rascals wurde uns auch immer wieder vor Augen geführt, wie sich der Tragemarkt in den UK von dem bei uns in Deutschland unterscheidet.

Die hiesige Trageszene hat ihre ureigene Geschichte: sie ist geprägt von einer Tragebewegung, aus der sich das Berufsbild „Trageberater/in“ entwickelt hat. Heute zeichnet sich die Tragelandschaft in Deutschland und Österreich/Schweiz durch eine Vielzahl von Trageberaterinnen aus, die sich zum Großteil in den unterschiedlich ausgerichteten professionellen Trageschulen organisieren.

Ready for Bristol

Ready for Bristol!

Bei unseren Nachbarn in Großbritannien ging die Initiative indes auch von der Industrie aus – und deshalb war es dort schon immer etwas anders. So war es Victoria Ward, die Inhaberin eines Tragetuch-Ladens, die eine Organisation ins Leben gerufen hat, um alle Fürsprecher für das Babytragen in Großbritannien zusammenzubringen: von Eltern über Trageberater bis hin zu den Herstellern von Tragehilfen. 2010 zunächst als School of Babywearing gegründet und später in Babywearing UK umbenannt, bezeichnet sich diese Organisation als ein so genanntes Social Enterprise, das ein weites Spektrum an Aktivitäten hat – und dafür eintritt, dem Babytragen an sich dienlich zu sein. Babywearing UK hat von Anfang an auch eng mit den Tragehilfen-Herstellern, mit anderen Trageschulen und auch mit der Baby Carrier Industry Alliance (BCIA) in den USA zusammengearbeitet.

In Großbritannien ziehen Industrie und Trageexperten somit an einem Strang – zu beiderseitigem Nutzen und damit auch zum Vorteil der Eltern, die ihr Kind tragen wollen. Als Organisator der #EBWConf15 hat Babywearing UK nicht nur die Industrie als Aussteller und Sponsoren gebeten, sondern unter anderem auch Arie Brentnall-Compton, Gründerin der kanadischen Babywearing School, als Vertreterin der Baby Carrier Industry Alliance eingeladen. Ihre Botschaft: Gemeinsam Hindernisse überwinden und alles dafür tun, um eine Babywearing-Kultur zu kreieren und Babytragen zu einer selbstverständlichen Angelegenheit für alle Familien zu machen.

BCIA: Industrie und Trageexperten im Schulterschluss. Ein Blick über den Teich.

Wie wichtig die Zusammenarbeit von Industrie und der Tragebewegung ist, zeigt sich an der Geschichte der Baby Carrier Industry Alliance (BCIA). Diese hat sich im Jahr 2010 in den USA in Folge des „BagSling Skandals“ gegründet. Dieser machte deutlich, wie wichtig die Aufklärung der Eltern (z.B. um den Unterschied zwischen einem BagSling und einem RingSling darzulegen) und einheitliche Standards für sichere Babytragen sind. Die Entwicklung solcher Standards war und ist das Ziel der BCIA, bei der sich im Übrigen nicht nur kleine und große Hersteller, sondern auch Händler beteiligen. Dafür hat die BCIA eng mit Verbraucherschutzbehörden (CPSC und ASTM) zusammengearbeitet. Die BCIA heute steht für die Einhaltung dieser Standards, aber auch für die Aufklärung und Information der Eltern. https://vimeo.com/114401882

Richtiges Tragen braucht gute Produkte.

Warum ich das alles erzähle? Einmal um euch die Konferenz, unseren Partner Cheeky Rascals und die Organisation Babywearing UK vorzustellen. Und zum anderen, um festzuhalten, wie wichtig die Babywearing Events sind – für den Austausch – gerade zwischen Herstellern auf der einen und der „Trageszene“ auf der anderen Seite. Denn wenn man es genau nimmt, stehen sie beide auf der gleichen Seite: Auf der, die das Babytragen an sich noch populärer machen will und auf der, die das Babytragen so sicher und komfortabel wie möglich machen will.