Haben deine Eltern dir auch vorgelesen? Vielleicht geht es dir wie mir, und du kannst dich nicht mehr daran erinnern, welche Bücher das genau waren? Aber etwas ist noch in Erinnerung geblieben: ein wohliges Gefühl von Geborgenheit. Und ich weiß noch, dass ich sobald ich selbst lesen konnte, so ziemlich jedes Buch verschlungen habe, das ich finden konnte. Egal ob es ein Buch über Dinosaurier war – oder das Lexikon der Kinderkrankheiten, welches ich später entdeckte (die Bilder fand ich auch ziemlich spannend). Ganz weit vorne waren bei mir die dicken Märchenbücher, die mich mit ihren schaurigen Drachengeschichten beindruckten.

Für mich war es ganz klar, dass ich auch meine Kinder schon ziemlich früh in die Welt der Bücher entführten wollte. Erst in die kleine Welt der (schon bald ziemlich klebrigen) Papp-Bilderbücher, die auch gerne mal als Knabberware herhalten mussten – und später in die wunderbare Welt der Märchen, Geschichten und Abenteuer.

Vorlesen ab wann

Vorlesen – Lieblingsmomente für Eltern und Kind

Wenn wir Eltern und berufstätig sind, ist vieles im Tagesablauf oft genug minutengenau getaktet. Kinder wecken, anziehen, in die Kita bringen (arbeiten) – und nach der Kita vielleicht noch Arzttermine, Kinderbesuche, Einkaufen, pipapo …  Aber egal, wie viel vorher auch los war, allerspätestens beim abendlichen Leseritual gab es bei uns immer diesen Moment der Ruhe und Nähe. Vorlesen war bei uns Quality Time at its best: Gemeinsam in eine andere Welt eintauchen, Entdeckungen und Fantasien teilen. Das ist nicht nur ein wunderbarer gemeinsamer Moment, sondern ist auch gut für die Entwicklung deines Kindes: von den Kleinsten bis ins Schulalter hinein genießen und profitieren Kinder davon, dass sich eine Vertrauensperson Zeit zum Vorlesen nimmt.

  • •    Babys genießen die Stimme der vertrauten Person und den Rhythmus der Sprache (Bücher in Reimform kommen bei Kleineren besonders gut an).
  • •    Sprachkompetenz wird gefördert, bei älteren Kindern wird der Wortschatz erweitert. Vorlesen wird auch als die „effektivste Spracherwerbsituation überhaupt“ bezeichnet (Stiftung Lesen)
  • •    Fantasie wird geweckt – Empathie wird gefördert (Kinder lernen, sich in eine andere Person hineinzuversetzen)
  • •    Vorlesen schafft gemeinsame Rituale
  • •    Vorlesen ist auch immer eine Kuscheleinheit – auch mit Geschwistern

Warum ich gerade heute auf das Thema Vorlesen komme? Heute, am 2. April, ist der Tag des Kinderbuches, der immer am Geburtstag des Märchenerzählers Hans Christian Andersen gefeiert wird. Motto in diesem Jahr ist „Once upon a time“.

Lieblingsbücher zum Vorlesen und selber lesen

Wir bei manduca haben auch unsere Lieblingsbücher. Das sind unsere Favoriten für die verschiedenen Altersklassen (teilweise auch zum Selberlesen)

1-3 Jahre:
Axel Scheffler: „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“, „Wo ist Mami?“, „Die Schnecke und der Wal“
Mira Lobe: „Das kleine Ich bin Ich“
3-5 Jahre:
Eric Carle: „Die kleine Raupe Nimmersatt“
Werner Holzwarth: „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“
Daniela Dammer: „Nicht küssen“
Sven Nordqvist: „Pettersson und Findus“
Hans Limmer: Mein Esel Benjamin
5-8 Jahre:
Ingo Siegner: Der kleine Drache Kokosnuss
Otfried Preußler: Die kleine Hexe
8-10 Jahre:
Tina Zang: Der Karatehamster
Max Kruse: Urmel aus dem Eis

Und für die größeren Kinder gehört zu meinen Lieblingsbüchern zum Vor- und selber lesen „Dirk und ich“ von Andreas Steinhöfel.

Was sind eure Lieblingsbücher – und warum?