Es geht um ein ernstes Thema, das uns von manduca sehr am Herzen liegt: Am Samstag den 7. April macht die Weltgesundheitsorganisation auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam. Die Forderung: Jeder Mensch sollte Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen können – unabhängig von Ort und Zeit und ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten.

Wer nun meint, dieses Problem würde uns in Deutschland nicht betreffen, liegt leider falsch. Gerade schwangere Frauen und frisch gebackene Mütter können ein Lied davon singen: Das Lied der raren Hebammen. Und dass, obwohl hierzulande immer mehr Kinder geboren werden. Von 2011 bis 2016 ist die Zahl der Neugeborenen von knapp 663 Tausend auf über 792 Tausend gestiegen. Im gleichen Zeitraum mussten bundesweit 50 Kreißsäle wegen Hebammenmangels schließen. Auch die unverzichtbare Vorsorge, die sensible Wochenbettbetreuung und Nachsorge sind schon längst nicht mehr allen Ortes selbstverständlich.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe: Schlechte Verdienstchancen, hohe Versicherungspolicen und unkalkulierbare Arbeitszeiten machen den Hebammen zu schaffen. Die Folge: Immer weniger Hebammen müssen immer mehr Geburten begleiten. Der Staat und das Gesundheitswesen lenken zwar in kleinen Schritten gegen, aber die Ernsthaftigkeit des Problems scheint von den Verantwortlichen noch nicht in voller Tragweite erkannt zu sein.

Die Situation der Hebammen ist extrem kritisch. Es ist mittlerweile angeraten, sich direkt nach einem positiven Schwangerschaftstest um eine Hebamme zu bemühen. Die Elterninitiative Mother Hood brachte 2017 sogar eine Reisewarnung für Schwangere auf den Weg: Frauen, die ein Kind erwarten, sollten nicht nach Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hamburg, Sylt, Föhr und Fehmarn reisen – eine sichere Geburt könne dort nicht gewährleistet werden. Von flächendeckender Gesundheitsversorgung kann also auch in Deutschland keine Rede sein.

Wir sollten uns alle die Zeit nehmen, die zuständigen gesellschaftlichen Kräfte auf diese unglaublichen Missstände hinzuweisen. Wir alle sollten darüber diskutieren, informieren und ein Problembewusstsein schaffen. Lasst uns allen Hebammen hierzulande die notwendige Unterstützung zukommen. In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende wünscht euch euer Team von manduca.

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